Postalmklamm Klettersteig - Unterschätze ihn nicht!

26. Mai 2026

Abenteuer im **Postalmklamm Klettersteig**: Menschen seilen sich durch eine enge Schlucht ab, gesichert an Seilen, umgeben von steilen, bewachsenen Felswänden.

Inhaltsverzeichnis

Der Klettersteig durch die Postalmklamm verbindet enge Schluchtpassagen, Seilbrücken und eine steile Schlusswand zu einer Tour, die man nicht nach ihrer reinen Länge beurteilen sollte. Wer die Linie richtig einschätzt, bekommt eine starke Halbtagestour mit viel Wasser, Felskontakt und klaren Schlüsselstellen. Ich zeige hier, wie der Steig aufgebaut ist, was die Varianten bedeuten und worauf ich bei Ausrüstung, Wetter und Zustieg achten würde.

Die Tour ist kurz genug für einen halben Tag, aber an den Schlüsselstellen deutlich ernster als sie zuerst wirkt

  • Schwierigkeit: die Klamm selbst bewegt sich meist im Bereich C, die Gamsleckenwand liegt eher bei D, die kurze F-Variante nur für sehr Erfahrene.
  • Umfang: je nach Beschreibung rund 5,5 Kilometer, etwa 450 Höhenmeter und ungefähr 3,5 Stunden Gesamtzeit.
  • Charakter: viele Brücken, ein paar nasse und ausgesetzte Stellen, dazu eine kräftige Schlusswand.
  • Zielgruppe: geübte Klettersteiggeher mit sicherem Tritt und sauberer Selbsteinschätzung, kein klassischer Einsteigersteig.
  • Wetter: trocken und stabil ist ideal, bei Nässe wird die Klamm schnell unangenehm rutschig.
  • Ausrüstung: vollständiges Klettersteigset, Helm, Handschuhe und Schuhe mit guter Profilsohle gehören hier wirklich dazu.

So ist der Steig aufgebaut

Der Postalmklamm-Klettersteig ist kein gleichmäßig schwerer Felsweg, sondern eine Tour mit klaren Abschnitten. Der Wolfgangsee-Tourismus nennt für die Gesamtrunde 5,5 Kilometer, 450 Höhenmeter und etwa 3,5 Stunden, während Bergsteigen den eigentlichen Klettersteigteil mit rund 350 Höhenmetern, ungefähr drei Stunden am Steig und etwa einer Stunde Abstieg genauer aufdröselt. Die Unterschiede sind kein Widerspruch, sondern vor allem eine Frage der Zählweise.

Abschnitt Charakter Was ich dort erwarte
Schluchtstrecke C, stellenweise B/C Mehrere Seilbrücken, enge Querungen, nasse Felsplatten und der bekannte Gattsprung
Wasserfall- und Wandzone C bis C/D Mehr Reibung, mehr Armarbeit und eine deutlich sportlichere Gangart
Gamsleckenwand D Steil, luftig und für viele der eigentliche Prüfstein der Route
F-Variante Kurz F Nur sinnvoll, wenn E für dich kein Ausnahmezustand ist

Genau diese Mischung macht den Reiz aus. Unten in der Klamm kommt man in einen sportlichen Rhythmus, oben wird die Sache deutlich ernsthafter. Ich würde die Route deshalb nicht als bloßen Fun-Steig beschreiben, sondern als kompakte Alpenlinie mit echter Schlüsselstelle. Wer nur den Brückenteil im Kopf hat, unterschätzt die Tour. Wer nur an die Schlusswand denkt, übersieht, wie viel Spaß schon der Schluchtabschnitt macht. Daraus ergibt sich direkt die wichtigere Frage, für wen diese Tour wirklich passt.

Für wen die Tour passt

Ich würde den Steig nicht als Einsteigerroute einordnen. Die offizielle Beschreibung weist sogar darauf hin, dass er für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet ist, und das halte ich für nachvollziehbar. Die Kombination aus Ausgesetztheit, Brücken, teils nassen Stellen und einer steilen Schlusswand verlangt mehr als reine Kondition. Es geht um Ruhe am Fels, sauberes Steigen und die Bereitschaft, an der richtigen Stelle auch einmal umzukehren oder eine leichtere Linie zu wählen.

  • Gut geeignet ist die Tour für Klettersteiggeher, die auf C sicher unterwegs sind und bei D nicht sofort in Hektik geraten.
  • Bedingt geeignet ist sie für sportliche Wanderer, die bereits Erfahrung mit gesicherten Passagen haben, aber keine lange Luft auf ausgesetzten Stellen mitbringen.
  • Eher nicht geeignet ist sie für absolute Anfänger, Kinder und alle, die auf engen, nassen oder luftigen Passagen schnell verkrampfen.

Ich würde die eigene Form ehrlich einschätzen: Wenn du auf einem normalen C-Steig schon viel Pause brauchst, wird die Gamsleckenwand kein angenehmes Finale. Wenn du dagegen D-Passagen sauber und kontrolliert gehst, ist die Tour genau richtig dimensioniert. Wer diese Einschätzung sauber trifft, plant auch Anreise und Zustieg entspannter.

Anreise und Zustieg ohne Überraschungen

Der Zustieg ist kurz, aber gerade deshalb darf man ihn nicht wegwinken. Von Strobl führt die Postalm-Panoramastraße bis zur Kehre 2 beziehungsweise Gamsfeldkehre. Dort liegt der Klettersteigparkplatz, der laut Tourenbeschreibung ungefähr 25 Stellplätze hat. Die Mautstraße kostet aktuell je nach Tarifliste rund 16 bis 17 Euro pro Auto, also nichts, was man erst vor Ort improvisieren sollte.

  1. Fahre rechtzeitig los, wenn du an Wochenenden oder in Ferienzeiten unterwegs bist.
  2. Plane den kurzen Abstieg zum Einstieg mit ein, denn er ist zwar nur rund 200 Meter lang, aber direkt der erste kleine Konzentrationstest.
  3. Wenn du nicht mit dem Auto anreist, ist auch die Kombination aus Bahn nach Bad Ischl und Bus zur Postalm möglich.
  4. Rechne für den Rückweg nach der Tour mit ungefähr einer Stunde auf dem markierten Wanderweg.

Wichtig ist außerdem ein kleiner Realitätscheck vor Ort: In den Beschreibungen wird erwähnt, dass die Wegführung nach Sturmschäden angepasst wurde und frühere Elemente nicht mehr existieren. Ich würde mich deshalb nicht nur auf alte Fotos oder Erinnerungen verlassen, sondern immer auf die aktuelle Beschilderung und die Tafel am Einstieg schauen. Sobald der Weg dahin klar ist, entscheidet die Ausrüstung darüber, ob die Tour sauber oder unnötig mühsam wird.

Welche Ausrüstung ich hier nicht weglassen würde

Für diese Tour reicht ein halbherziges Set-up nicht. Mit Klettersteigset meine ich die Kombination aus Klettergurt, Bandfalldämpfer und zwei Karabinern, also genau das Material, das im Fall eines Sturzes die Kräfte dämpft und dich am Draht hält. Dazu kommen Helm, Handschuhe und Schuhe mit fester, griffiger Profilsohle. Das ist hier kein Luxus, sondern saubere Grundlage.

  • Klettergurt und Klettersteigset für die eigentliche Sicherung.
  • Steinschlaghelm, weil in der Klamm nicht nur du, sondern auch lose Kleinteile und Wasser eine Rolle spielen können.
  • Handschuhe, damit Drahtseile, Brücken und Klammern nicht unnötig an den Händen zehren.
  • Feste Schuhe mit guter Profilsohle, weil glatte oder nasse Tritte in der Klamm kein Randthema sind.
  • Wasserdichte, leichte Kleidung, denn Sprühwasser und feuchte Felsplatten sind eher Regel als Ausnahme.
  • Zusätzliche Schlaufe oder Verlängerung für kleinere Personen, weil die Handseile teilweise hoch verlaufen.

Ich nehme hier lieber eine dünne wasserdichte Schicht zu viel mit als zu wenig. Die Kombination aus Wasser, feuchtem Fels und exponierten Passagen ist genau der Punkt, an dem gute Ausrüstung nicht nach Gear-Feinsinn, sondern nach Sicherheit aussieht. Noch wichtiger als das Material ist am Ende aber der Wetterentscheid.

Wetter, Saison und Tageszeit entscheiden mehr als die Form

Die Tour ist laut offiziellen Angaben im Frühling, Sommer und Herbst gut machbar und wird auch ganztägig angeboten. Das heißt aber nicht, dass jeder Tag gleich gut ist. In der Klamm bleibt es zwar schattig und an heißen Tagen angenehm, doch gerade nach Regen kippt der Charakter schnell. Bergsteigen weist ausdrücklich darauf hin, dass die Klamm bei Nässe sehr rutschig wird. Genau das ist der Punkt, an dem ich spontan umplane.

Bedingung Meine Empfehlung Warum
Trocken, stabil, kein Gewitter in Sicht Go Guter Grip, klarer Routenfluss, bester Tourengenuss
Frisch nach Regen Verschieben Klamm und Wiesenpassagen werden schnell unangenehm glatt
Gewitterlage oder unsichere Prognose Nicht starten In einer Schlucht mit Metallversicherung ist das kein Spielraumthema
Sehr heißer Sommertag Früh beginnen Die Schlucht bringt Schatten, aber der Zustieg und Rückweg werden sonst zäh

Ich würde die Tour früh am Tag angehen, wenn ich Ruhe auf dem Steig und saubere Bedingungen will. Nicht weil sie dann plötzlich leicht wäre, sondern weil man konzentrierter klettert, besser trinken kann und die kritischen Stellen nicht im Zeitdruck angeht. Damit hängt die Qualität der Tour nicht an Mut, sondern an sauberer Wahl der Linie.

Warum die Linienwahl hier mehr zählt als Ehrgeiz

Der interessante Teil an dieser Route ist, dass man sie unterschiedlich schwer erleben kann. Die Schluchtstrecke funktioniert als sportlicher C-Steig mit viel Abwechslung. Die Gamsleckenwand macht daraus einen echten D-Abschnitt, und die kurze F-Variante ist nur dann sinnvoll, wenn du wirklich Erfahrung im oberen Schwierigkeitsbereich hast. Ich würde die F-Passage nicht als „Bonus“ betrachten, sondern als klare Expertenoption.

  • Nur Schlucht und Standardlinie sind die beste Wahl, wenn du einen landschaftlich starken, aber noch kontrollierbaren Tag suchst.
  • Mit Gamsleckenwand wird die Tour deutlich sportlicher und verlangt mehr Armkraft und Nervenstärke.
  • Mit F-Variante landet man in einem Bereich, den ich nur Leuten mit viel Routine auf E-ähnlichen Passagen empfehlen würde.
  • Als Kombination wird oft auch der Klettersteig Brustwand genannt, der sich für ein separates Warm-up oder als alternative, etwas mildere Ergänzung anbietet.

Wenn ich dort unterwegs wäre, würde ich die Linie lieber einmal zu leicht als einmal zu schwer wählen. Genau das ist bei dieser Tour die vernünftigere Form von Ehrgeiz. Die Postalmklamm belohnt saubere Planung, trockenes Wetter und eine ehrliche Selbsteinschätzung deutlich mehr als jedes Draufgänger-Image. Wer diese drei Punkte ernst nimmt, bekommt einen der charaktervolleren Schlucht-Klettersteige im Salzkammergut, und zwar ohne unnötigen Stress am Fels.

Häufig gestellte Fragen

Nein, der Steig ist nicht für absolute Anfänger konzipiert. Die Kombination aus Ausgesetztheit, Brücken, nassen Stellen und einer steilen Schlusswand erfordert Erfahrung und eine sichere Selbsteinschätzung. Offiziell wird er für Kinder unter 14 Jahren nicht empfohlen.

Die Klamm selbst bewegt sich meist im Bereich C. Die Gamsleckenwand erreicht D, während eine kurze F-Variante nur für sehr erfahrene Klettersteiggeher gedacht ist. Die Tour bietet somit Abschnitte für verschiedene Könnensstufen.

Ein vollständiges Klettersteigset (Gurt, Bandfalldämpfer, Karabiner), ein Steinschlaghelm, Handschuhe und feste Schuhe mit griffiger Profilsohle sind unerlässlich. Wasserdichte Kleidung und eventuell eine zusätzliche Schlinge für kleinere Personen sind ebenfalls empfehlenswert.

Die beste Zeit ist bei trockenem und stabilem Wetter. Nach Regen wird die Klamm schnell rutschig und unangenehm. Gewitterlagen sollten unbedingt gemieden werden. Ein früher Start am Tag wird empfohlen, um Ruhe und gute Bedingungen zu genießen.

Ja, du kannst die Tour an deine Fähigkeiten anpassen. Die Schluchtstrecke ist als sportlicher C-Steig machbar. Die Gamsleckenwand (D) und die F-Variante sind optionale, schwierigere Abschnitte. Wähle die Linie, die deiner Erfahrung entspricht.

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Rolf-Dieter Feldmann

Rolf-Dieter Feldmann

Mein Name ist Rolf-Dieter Feldmann, und ich bringe 15 Jahre Erfahrung im aktiven Bergsport, Outdoor und der passenden Ausrüstung mit. Meine Leidenschaft für die Natur und die Berge hat mich schon früh dazu inspiriert, meine Freizeit mit Wandern, Klettern und anderen Outdoor-Aktivitäten zu verbringen. Dabei habe ich nicht nur die Schönheit der Natur schätzen gelernt, sondern auch die Herausforderungen, die sie mit sich bringt. Ich schreibe über Themen rund um den Bergsport und die notwendige Ausrüstung, um anderen zu helfen, ihre eigenen Abenteuer sicher und erfolgreich zu gestalten. Ich lege großen Wert darauf, Informationen verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten, damit Leser die besten Entscheidungen für ihre Outdoor-Aktivitäten treffen können. Dabei überprüfe ich stets meine Quellen und halte mich über aktuelle Trends auf dem Laufenden. Mein Ziel ist es, nützliche und präzise Inhalte zu liefern, die sowohl Anfänger als auch erfahrene Sportler ansprechen.

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